Neujahrs-Vorsätze - ade!

Das Jahr 2026 ist 1 Woche alt.

Hattest du Neujahrsvorsätze? Ja? Hast du sie bisher umgesetzt?

Jahr für Jahr nehmen sich Millionen von Menschen um den Jahreswechsel vor, Dinge in ihrem Leben ab dem Neuen Jahr zu ändern, ja, verbessern zu wollen! Sie haben die Hoffnung, ihr Leben mit Neujahrsvorsätzen (grundlegend) verändern zu können: „Dieses Jahr nehme ich ab.“ „Ich werde endlich mehr Geld sparen.“ „Ich werde lernen, gesündere Grenzen zu setzen."

Diese Vorsätze spiegeln den Wunsch nach Selbstverbesserung wider, doch die Wahrheit ist: Die meisten dieser Vorsätze halten nicht bis Februar. Studien zeigen, dass etwa 80 % der Menschen ihre Vorsätze innerhalb des 1. Monats wieder aufgeben. Unzählige Menschen fassen Vorsätze und sind dann von sich selbst enttäuscht, weil sie diese nicht eingehalten haben.

Kommt dir das bekannt vor? Keine Sorge, das ist nicht deine Schuld! Wenn du dich in hierin wiederfindest, bist du nicht allein. "Gute" Vorsätze führen meistens ins Nichts. Das hat nichts mit Schwäche zu tun, sondern das Konzept an sich ist fehlerhaft. 

Warum die meisten Vorsätze zum Scheitern verurteilt sind:

1. Alles-oder-Nichts - bzw. Schwarz/Weiß - Denken
Die meisten Vorsätze verlangen Perfektion. Man nimmt sich vielleicht vor, fünfmal die Woche ins Fitnessstudio zu gehen, auf Zucker zu verzichten oder jeden Morgen zu meditieren. Diese Ziele klingen zwar bewundernswert, lassen aber keinen Raum für Fehler. Lässt man ein Training ausfallen oder gönnt sich ein Dessert, hat man das Gefühl, versagt zu haben. Wenn wir unseren Fortschritt binär betrachten (Erfolg vs. Misserfolg), kann ein einziger Rückschlag das gesamte Ziel zunichtemachen.

2. Vage oder unrealistisch
„Ich möchte gesünder leben“ ist ein häufiger Vorsatz, aber was bedeutet das in der Praxis? Ohne konkrete, umsetzbare Schritte ist es fast unmöglich, ihn durchzuhalten. Unrealistische Ziele führen oft zum Gegenteil und lassen uns schlechter fühlen. Ziele lassen sich eher erreichen, wenn sie spezifisch und messbar sind. Beispielsweise ist „Dreimal pro Woche einen 20-minütigen Spaziergang machen“ viel realistischer als „In Form kommen“.

3. Äußerer Druck - kein echter, eigener Wunsch
Viele Vorsätze werden von gesellschaftlichen Erwartungen oder Trends beeinflusst. Vielleicht strebst du nach (d)einer „Strandfigur“ aufgrund gängiger Schönheitsideale oder du beginnst ein neues Hobby, weil es in den sozialen Medien angesagt ist. Wenn unsere Ziele von Extern vorgegeben werden, sind wir weniger intrinsisch motiviert, sie zu verfolgen. Ziele, die mit unseren Kernwerten übereinstimmen, haben eine größere Erfolgswahrscheinlichkeit. Kennst du deine Werte?

4. Fehlende strukturelle Unterstützung
Ein guter Vorsatz allein genügt nicht; er braucht ein System. Wenn man sagt: „Ich möchte mich gesünder ernähren“, ohne einen klaren Plan zu haben – wie den Einkauf von nährstoffreichen Lebensmitteln und das Einplanen von Zeit zum Kochen –, ist das Ziel schwerer zu erreichen. Gewohnheiten benötigen strukturierte Anreize und Veränderungen im Umfeld, damit sie sich automatisieren.

Der Weg zu dauerhaftem Wandel

Glücklicherweise gibt es Alternativen!

Es gibt bessere Wege, sich Ziele zu setzen (die nicht auf einem willkürlichen Datum im Kalender basieren). Anstatt sich beim Jahreswechsel komplett neu erfinden zu wollen, zeige ich dir hier, wie du deine Zielsetzung überdenken kannst und nachhaltige Veränderungen bewirkst.

1. Klein anfangen, groß denken
Anstatt im Januar gleich alles auf eine Karte zu setzen, konzentriere dich auf kleine, überschaubare Schritte. Wenn du beispielsweise mehr Sport treiben möchtest, nimm dir 10 Minuten pro Tag vor. Kleine Erfolge erzeugen Schwung und Selbstvertrauen, die langfristige Kontinuität ermöglichen.

2. Überdenke deine Motivation
Nimm dir Zeit und frage dich, warum dir dieses Ziel wichtig ist. Wählst du es, weil es dir wirklich am Herzen liegt oder weil du glaubst, es tun zu müssen? Wenn du deine Ziele an deinen inneren Antrieben ausrichtest, entsteht ein stärkeres Gefühl von Sinnhaftigkeit. Anstatt sich auf „Gewichtsverlust“ zu konzentrieren, könntest du deinen Vorsatz etwa so formulieren: „Ich möchte mich stärker fühlen und mehr Energie haben, um schöne Aktivitäten mit meiner Familie unternehmen zu können.“

3. Nutze die SMART-Zielformel
SMART-Ziele sind aus gutem Grund ein Klassiker: Sie sind spezifisch, messbar, erreichbar, relevant und terminiert . Anstatt beispielsweise zu sagen: „Ich werde Geld sparen“, versuche es mit: „Ich werde in den nächsten drei Monaten 50 € pro Woche sparen, indem ich meine Online-Einkäufe reduziere.“

4. Fortschritte messen, nicht Perfektion
Perfektion ist nicht das Ziel, sondern DER Fortschritt. Nutze Hilfsmittel wie Tagebuch- oder Gewohnheitstracking-Apps, um deine Meilensteine ​​zu feiern, auch die kleinen! Diese Konzentration auf schrittweise Fortschritte aktiviert das Belohnungssystem des Gehirns, erhöht die Dopaminausschüttung und steigert die Wahrscheinlichkeit, dass du die Gewohnheit beibehältst.

5. Sei flexibel und nachsichtig mit dir selbst
Der Aufbau einer neuen Gewohnheit oder das Erreichen eines Ziels verläuft selten geradlinig. Wenn du auf ein Hindernis stößt, ist das in Ordnung; es gehört zum Prozess dazu. Wichtig ist, dass du dir erlaubst, dich anzupassen, anstatt aufzugeben. Erfolgreiche Menschen betrachten Misserfolge als Feedback, nicht als Ende. Wenn du beispielsweise aufgrund einer Krankheit ein paar Tage mit dem Training aussetzt, ist das wichtig und richtig. Passe danach dein Ziel an, anstatt es ganz aufzugeben. Diese Anpassungsfähigkeit führt zu langfristigem Erfolg.

6. Baue dir ein Unterstützungsnetzwerk auf
Sich mit Menschen zu umgeben, die deine Ziele unterstützen, kann einen entscheidenden Unterschied machen. Ob du einen Fitnesskurs besuchst, einen Trainingspartner findest oder einfach deine Fortschritte mit einem vertrauten Freund teilst – menschliche Beziehungen stärken die Motivation.

7. Hab Spaß!
Ziele lassen sich leichter erreichen, wenn wir Spaß dabei haben. Wenn du Laufen hasst, nimm dir nicht vor, täglich 8 Kilometer zu laufen. Wähle stattdessen Radfahren, Schwimmen oder Kickboxen, um in Bewegung zu kommen. Ziele müssen nicht anstrengend oder schmerzhaft sein, um wirksam zu sein. 

Fazit

  • Ca. 80 % der Menschen geben ihre Neujahrsvorsätze innerhalb eines Monats wieder auf.
  • Ziele haben eine größere Erfolgswahrscheinlichkeit, wenn sie spezifisch und messbar sind.
  • Erfolgreiche Menschen betrachten Misserfolge als Feedback, nicht als das Ende.
  • Gehe deinen Weg in deinem Tempo!

Statt im Januar nach Perfektion zu streben oder sich komplett neu erfinden zu wollen, konzentriere dich darauf, Gewohnheiten zu entwickeln, die deinen langfristigen Werten entsprechen. Veränderung geschieht nicht über Nacht; sie ist das Ergebnis beständiger Bemühungen gepaart mit Selbstmitgefühl! Überlege dir, was dir wirklich wichtig ist, fang klein an und erlaube dir, unterwegs dazuzulernen und dich anzupassen.

Lass dieses Jahr den ganzen Hype hinter dir und mach dich in kleinen Schritten und in deinem Tempo auf den Weg zu deinen Zielen!

Du musst nie bis Januar warten, um neu anzufangen. Jeder Tag bietet die Chance, dein Leben mit Zielen neu zu gestalten, die zu dir passen und dich dorthin führen, wo du hinwillst.

Quellen
Schweitzer, W. (2017). Why binary thinking limits goal achievement. Journal of Behavioral Development, 19(3), 123-131.
Lally, P., Van Jaarsveld, C. H., Potts, H. W., & Wardle, J. (2010). How are habits formed: Modelling habit formation in the real world. European journal of social psychology, 40(6), 998-1009.